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Wittenberg. (xv) Mit Xenia Berger (ZL4YL) aus Neuseeland und Mathias Acevedo (CE2LR) aus Chile reisen zwei der jüngeren Wettkämpfer an. Wie sie zum Amateurfunk kamen, wie sie sich auf die WRTC vorbereiten und mit welchen Wünschen und Erwartungen sie nach Deutschland kommen, berichten sie im Interview.

 

„Xenia und Mathias zunächst einmal vielen Dank, dass Ihr Euch trotz der gegenwärtigen und umfangreichen Reisevorbereitungen Zeit für das Interview nehmt.
Wie seid Ihr zum Amateurfunk gekommen?“

Xenia: „Mein Vater hat mich dazu gebracht. Er hat so mit 16 damit angefangen. Er wollte, dass die ganze Familie eine Lizenz hat und jetzt ist das auch der Fall, außer bei unserer Katze. Die Lizenz zu machen war sozusagen ein Teil unserer Erziehung in der Familie.“
Mathias: „Nun, das war im Jahr 2010, ich war damals Mitglied einer Jugendgruppe bei der städtischen Feuerwehr in La Cahara. Ich war mit den UKW-Geräten dort gut vertraut und als ich die Feuerwehr verließ, habe ich immer noch Kontakt mit der Funkgruppe gehalten. Eines Tages habe ich dann einen Funkamateur besucht, der für uns die Geräte programmierte. Er nahm mich mit zu einer Radio Ausstellung in der Stadt. Dort habe ich dann die Mitglieder vom Radio Club „CE2RCF“ getroffen, die einige Antennen hatten und die mit Leuten in unserem Land und auch dem umliegenden Ausland Funkkontakt hatten. Das hat mich brennend interessiert und ich wurde sofort Mitglied im Club, um eine Amateurfunk Lizenz zu bekommen. Durch einige Aktivitäten im Club lernte ich dann DXen und Contesten kennen.“

„Was fasziniert Euch am Amateurfunk und was mögt Ihr am Amateurfunk besonders gern?“
Xenia: „Ich lese viel und immer wenn ich ein Buch mit Apokalypse Scenario gelesen habe, wurde immer ein Amateurfunker zwecks Kommunikation gesucht. Es waren immer Funkamateure die entscheidenden Anteil am Überleben des Protagonisten hatten. Genau so war es beim Erdbeben in Napier 1931. Es waren Funkamateure, die das Marine-Schiff Victoria kontaktierten und um Hilfe riefen. Dadurch wurden viele Leute gerettet. Mit gefällt besonders gut, dass Amateurfunk nicht nur ein Hobby ist, es ist ein äußerst wichtiger Teil des Notfunks.“
Mathias: „Nun, nachdem ich nun wusste, was DX war, besorgte mir mein Vater einen 10m Mast auf dem ich eine 5 Element Yagi für 28 MHz montierte, und mit einem alten TS440 konnte ich jeden arbeiten. Nach einiger Zeit traf ich Roberto, CE3CT, der mich freundlicherweise einlud, mir seine Station zu zeigen. Es war für mich wie im Traum, solch gigantische Masten mit Monoband-Antennen und Endstufen neuester Bauart zu sehen. Gleichzeitig hat er mich zum ARRL 10m Contest 2013 eingeladen. Das war mein erster Contest in einem hochrangigem Team von Contestern wie CE3FZ, CE3CT und CE2MVF. Mit CE3FZ konnte ich zum ersten Male einen OP in CW bewundern und seit der Zeit interessierte ich mich dafür, Telegrafie zu lernen. 2014 habe ich dann das wichtige Ziel in meinem Werdegang als DXer und Contester erreicht, ich konnte Telegrafiezeichen lesen. Nach Roberto als Mitglied der Contestgruppe von CE3CT lernte ich Dale, VE7SV, kennen, der weltweit einen guten Namen hat. Durch ihn und die tolle Unterstützung durch CE3CT, CE2ML, CE3OP und einige andere Amateure aus unserem Land konnte ich meine Erfolge erzielen.“

„Welche Schwerpunkte setzt Ihr im Amateurfunk?“
Xenia: „Mein Hauptinteresse im Amateurfunk gilt Funkwettbewerben, und auch dem DXen, aber nicht ganz so viel. Quasseln ist nicht mein Ding – weder per Funk noch im richtigen Leben. Mir gefällt die Idee des Wettbewerbs, ebenso wie das Aufstellen von neuen Rekorden für Neuseeland oder sogar ganz Ozeanien. Daher freue ich mich ganz besonders auf die WRTC.”
Mathias: „Ich möchte meine Fertigkeiten als Contest-Operator möglichst jeden Tag verbessern und versuchen, noch mehr Funkamateure für Conteste und für das DXen motivieren.“
Wie habt Ihr den "Qualifikations-Marathon" erlebt?
Xenia: „Der Qualifikationsmarathon hat mir eigentlich nicht viel ausgemacht, höchsten dadurch, dass ich nicht mehr so oft an den großen Contesten teilnehmen konnte, weil sich mein Vater darin qualifizieren musste. Ein Problem lag darin, dass wegen der Zeitdifferenz die meisten Conteste nicht vor 1 Uhr mittags am Montag zu Ende sind. Das bedeutete, dass Vater sich immer wieder Urlaub nehmen musste und dass wir dadurch weniger Ferienzeit hatten.“
Mathias: „Nun, das hat 2016 begonnen. Ich konnte inzwischen CW und da Roberto mich für einen guten OP hielt durfte ich seine Station mitbenutzen, wodurch in die Top Five von Südamerika 2 klettern konnte. Es ist natürlich schwer and die Spitze zu kommen, aber mit den Wettbewerben in 2016 und 2017 habe ich den 3. Platz in SA2 geschafft. Ich hatte die Gelegenheit, ach Dayton zu fahren. Dort konnte ich zahlreiche Freundschaften schließen. Es war geradezu eine Explosion von Erfahrungen dort: neue Erkenntnisse, Freundschaften, die Gelegenheit solche Stationen wie K9CT oder WB9Z zu besuchen und das Glück in dem Jahr als OP bei NR4M im CQ-WPX-CW mitmachen zu können. Dort erfuhr ich auch schon von der bevorstehenden WRTC. K0MD motivierte mich, mich für ein Youth-Team zu bewerben und ein paar Monate danach habe ich meine Bewerbung eingereicht. Ich habe dann Bryant, KG5HVO, den ich in Dayton kennengelernt habe, gefragt, ob er mein Partner sein wolle, wenn unsere Bewerbung erfolgreich ist. Als dann am 1. Oktober die E-Mail von den Organisatoren der WRTC2018 mit der Nachricht hier ankam, dass wir uns als Youth-Team #1 qualifiziert haben, war es für meinen Lehrer und mich eine Riesenfreude, dass wir an diesem weltweit größten Amateurfunkereignis teilnehmen werden.“

„Wie bereitet Ihr Euch auf die WRTC in technischer, physischer und mentaler Hinsicht vor?“
Xenia: „Im letzten Jahr habe ich oft im Single-Betrieb an den großen Contesten teilgenommen, um mich an die langen Wettbewerbszeiten zu gewöhnen. Wegen der schlechten Bedingungen, gibt es hier kaum Pile-Ups. Daher trainieren wir die mit einem Programm, das “Morse Runner” heißt.“
Mathias: „Nun, ich habe jeden Tag mit dem Morserunner- Programm geübt und an allen Contesten teilgenommen. Ich habe die Ergebnisse aus dem letzten IARU Contest 2017 studiert, um etwas über die Ausbreitungsbedingungen auf den verschiedenen Bändern zu lernen. Ich bin auch noch einmal in die USA gefahren, um meine Mannschaft vorzubereiten und um mit meinem Partner mit einer Ausrüstung, wie wir sie in Deutschland haben werden, im CQ-WPX-CW gemeinsam zu üben.“
„Welche Erwartungen und Ziele habt Ihr für die Weltmeisterschaft, worauf freut Ihr Euch?“
Xenia: „Ich hoffe, dass wir nicht Letzter werden und dass wir kein Pech mit unseren Geräten oder auch sonst haben. Ich hoffe, dass es uns gut gefallen wird und dass wir nicht vergessen, Spaß am Wettbewerb zu haben. Ich freue mich auch darauf,  all die großartigen Contester zu treffen, von denen ich viele schon auf den Bändern gearbeitet habe.“
Mathias: „Ich erwarte vor allem, Erfahrungen zu gewinnen, die besten OPs kennenzulernen und alles, was mir hilft, mich als OP zu verbessern. Ich freue mich auch, sicher ebenso wie du, dieses wundervolle Hobby teilen zu dürfen.“
„Wann dürfen wir Euch in Wittenberg begrüßen?“
Xenia: „Am Mittwoch, dem 11. Juli treffen wir ein.“
Mathias: „Wir reisen einen Tag vorher am 10.Juli an“

Die Fragen stellte Klaus Wöhler (DF9XV), Pressesprecher der WRTC 2018
Die deutsch-englische Übersetzung verfassten Uli Weiß (DJ2YA) und Ed Durrant (DD5LP).

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