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DL8DYL im Gespräch beim Medienteam

Wittenberg. (xv) „Mit 100 Watt ein pile up nach Nordamerika auf den Low Bands – das war phänomenal. Da wurde ich wirklich gefordert und es war ein tolles Gefühl, sich einmal so richtig ausfunken zu können“, begeistert gibt Irina Stieber (DL8DYL) aus Dresden ihre persönlichen Eindrücke von der WRTC wieder. Im Team mit Maddin Riederer (DL4NAC) aus Bayreuth haben beide über 4100 QSOs erreicht. Etwa 75% davon wurden in Telegrafie abgewickelt. Für Irina war es erstaunlich, was mit einem Dipol in 12m Höhe erreichbar ist: „Ich freue mich sehr darüber, dass es relativ einfach für uns war, auch außerhalb von Europa mit dieser Sendeleistung Stationen zu erreichen.“ Irina hat sich auf die Betriebsart Telegrafie spezialisiert. Phasenweise hat sie über 200 Verbindungen pro Stunde abgewickelt. 

„Ich habe schneller als sonst üblich gegeben, mich jedoch auch dem Gebetempo der Anrufer angepasst, es gab nur wenige Nachfragen“, erzählt sie weiter. Ihr Teampartner Maddin hatte sich gestern nach dem Contest sehr positiv über die Betriebstechnik anrufender deutscher Stationen geäußert: „Die deutschen Stationen haben präzise und kurz ihr Rufzeichen und den Rapport durchgegeben, es gab fast keine Nachfragen oder Korrekturen.“ Die Hinweise zur Betriebstechnik in diesem Wettbewerb im Vorfeld der WRTC wurden offensichtlich sehr beherzigt. Hilfreich für viele Verbindungen waren auch die Sonderrufzeichen, die die Bundesnetzagentur für die WRTC-Stationen zugeteilt hatte. „Mit unserem Y89D – Rufzeichen waren wir auf den Bändern sehr begehrt. Bei dem pile up und der damit verbundenen Konzentrationsleistung wird die Kondition irgendwann weniger. „Nach einer anstrengenden Nacht hatten wir am Sonntagvormittag einen kleinen „Durchhänger“, bevor es in die letzten Stunden des Wettbewerbs ging“, berichtet Irina. Konditionsfordernd waren neben dem Funkbetrieb auch die klimatischen Bedingungen: „Tagsüber um die 30°C und nachts kalt wie in Alaska“, hatte jemand aus dem Helferteam gesagt. Und mit Kälte kann sich Irina gar nicht gut anfreunden: „Ich habe für den Fall alles dabeigehabt. Mit der „Zwiebeltechnik“ konnte ich mich gut warmhalten, eine dicke Jacke und eine Decke waren sehr nützlich.“ Dankbar zeigte sich Irina nicht nur für die Arbeit des kanadischen Schiedsrichters Nick Lekic (VE3EY). „Unsere Helferinnen und Helfer haben einen tollen Service geboten. Ob es nun um Fragen der Versorgung mit Getränken und Speisen ging oder wir technische Hilfe vor Beginn des Contests brauchten, es war für uns immer jemand ansprechbar und sofort zur Stelle, um jeden Wunsch zu erfüllen“, sagt die sympathische Dresdnerin, der die Freude darüber deutlich anzumerken ist. Auf die Technik der Station angesprochen, zieht sie etwas die Augenbrauen hoch. „Mit der Technik habe ich in der Komplexität einer WRTC-Station doch etwas weniger „am Hut“ und dafür gibt’s ja auch die Aufgabenteilung. Wird so eine Station aufgebaut ist ein IT—Techniker ebenso notwendig wie jemand, der durch die gesamte Verkabelung bis zum Schluss den Durchblick hat“, verrät sie uns.
Ob sie 2022 bei der nächsten WRTC erneut antritt, lässt sie offen. „Die Qualifikationswettbewerbe sind eine Zeit, die die Familie durchaus belastet. Urlaubszeiträume an Contestwochenenden auszurichten, ist nicht immer familienfreundlich“, räumt sie ein.
Unter dem Strich zieht Irina ein sehr positives Fazit. „Eine Weltmeisterschaft ist etwas ganz Besonderes und es ist toll, dabei zu sein. Abseits des Contests viele alte Freunde zu treffen, neue Bekanntschaften zu machen und diese großartige Atmosphäre zu erleben, ist DER Aspekt, weshalb sich der lange Weg vom ersten Qualifikationswettbewerb bis zur letzten Minute des Contests wirklich lohnt“, sagt sie und macht sich auf, um mit ihrer Familie einen entspannten Nachmittag in Wittenberg zu erleben. Die Familie freut’s, denn sie musste auf
Irina manche Stunde verzichten.

f t